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Mehr Schweinefleisch für Kita - Kinder?

Verantwortlicher Autor: Hafi Forsthausen Berlin, 20.01.2017, 20:24 Uhr
Presse-Ressort von: Wolfgang H.F. Meinert Bericht 3684x gelesen
Der Schweinefleisch-Überschuss
Der Schweinefleisch-Überschuss  Bild: © Igrik, Fotolia_52002663

Berlin [ENA] Damit der Überschuss bei der Schweinefleischprodution noch unters Volk kommt, hat Ernährungsminister Christian Schmidt die jüngsten Bundesbürger im Visier. Jede Kita- und Schulmensa solle mehr Schweinefleisch auf den Essenplan setzen. So seine Forderung.

Schmidt in einem Interview mit "Bild": "Jedes Kind sollte die Auswahl haben, ob es Rind-, Schweinefleisch, Fisch oder eben vegetarisch essen möchte." Das wäre ein klarer Ansatz. Denn wer schon einmal ein Kleinkind auf dem Stück eines Koteletts herumkauen sah und den Gesichtsausdruck des Kindes beobachtete, weiß wie die Entscheidung ausfallen würde. Eine Forderung nach mehr Schweinefleisch kommt auch bei den Erzieherinnen in den Kitas nicht besonders gut an. "Nicht wenig Kinder spucken das Fleisch einfach aus", so eine Kita Mitarbeiterin aus Hannover.

Neutrale Ernährungswissenschaftler empfehlen - wenn schon Fleisch - nicht rotes sondern weißes Fleisch wie beispielsweise von Geflügel zu verzehren. Rotes Fleisch ist fetthaltiger und steht im Verdacht, den Cholesterinspiegel zu erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat schon vor Jahren bestätigt, dass fleischarme Kost nur Vorteile bringen würde. Auch einer vollwertigen gemäßigten vegetarischen Kost, z.b. einschließlich Milchprodukten, stehe nichts entgegen.

Der Trend zu vegetarischen Produkten geht deutlich nach oben. Das versucht der Minister nun noch auf anderem Wege zu bremsen. Er hat ein Gesetzesvorhaben angekündigt, das Bezeichnungen wie "vegetarisches Schnitzel" oder "vegetarische Bratwurst" verbieten soll. Denn die Verbraucher würden irritiert oder getäuscht. Nun sind Gruppen von irritierten Kunden vor den Kühlregalen mit vegetarischen Produkten bisher nicht ausgemacht worden. Im Gegenteil. Die Verbraucher entscheiden sich ganz bewusst zunehmend für solche Produkte. Das Wort "vegetarisch" scheint klar genug zu sein. Bei Aldi, REWE und Co. wird das Angebot immer größer, abzulesen an den wachsenden Regalflächen für diese Produkte.

Wursthersteller wie die alteingesessene Firma Rügenwalder Mühle führte gemeinsam mit Infratest schon 2015 eine Studie über das Ernährungswissen der Deutschen durch und erstellte einen sogenannten Veggie IQ. Der liege in Deutschland recht hoch. Die Firma hat inzwischen den Anteil des vegetarischen Sortiments auf 20 % erhöht und für den Auf- und Ausbau der vegetarischen Produktlinie über 80 Mitarbeiter zusätzlich eingestellt.

Zurück zu Minister Schmidt. "Mir ist wichtig, Brücken zu Bauen zwischen Landwirten und Verbrauchern", so Schmidt auf der Internetseite des Bundesernährungsministeriums. Die Brücke ließe sich leicht bauen. Den Trend zum Fleischersatz könnte der Minister auch bei seinen Bauern fördern. So könnte er das Projekt der Universität Tübingen unterstützen. Darin werden Betriebe gesucht, die bereit sind, kostenlos zur Verfügung gestelltes Soja-Saatgut auszuprobieren. Das Projekt dient dazu, innerhalb von 2-3 Jahren Sorten zur Verfügung zu haben, die auch in Deutschland eine ertragreiche Soja-Ernte zuließen. Dann könnten die Landwirte am vegetarischen Wachstumstrend teilhaben. Denn Soja ist ein häufiger Bestandteil bei vegetarischen Ersatzprodukten.

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